Volkstrauertag in der Gemeinde Prackenbach

Moosbach, den 15.11.2010

Die Welt wäre um vieles menschlicher, könnten wir Terror, Gewalt und Krieg in den Ansätzen ersticken

Gottesdienste und Gedenkfeiern zum Volkstrauertag in Prackenbach, Moosbach und Krailing

 

Prackenbach. Mit Gottesdiensten und Gedenkfeiern am Kriegerdenkmal wurde auch in der Gemeinde Prackenbach am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

 

Mit großen Abordnungen nahmen neben den übrigen Gottesdienstbesuchern die Vereine zunächst an den Hochämtern  in Prackenbach und Moosbach teil, die Pfarrer Johann Christian Rahm bzw. Pfarrer Josef Drexler zelebrierten. Bei der Begrüßung in Prackenbach sprach Rahm die bestürzenden Nachrichten  der vergangenen Tag an, in denen vom Nationaltorhüter Robert Enke berichtet wurde, der sich das Leben nahm, weil er glaubte, es  würde eng werden in seinem Leben und nicht mehr mit den Gegebenheiten fertig werden. „Wie oft wurde es auch in unserem Leben schon eng“?, meinte der Geistliche und für viele, die im Krieg ihr Leben lassen mussten. Am Ende des Dunkels steht immer wieder die Hoffnung auf ein ewiges Leben, so der Geistliche.

 

Pfarrer Josef Drexler nahm die Liedtexte: „Wohl denen die da wandeln vor Gott in Heiligkeit“ zum Leitgedanken seiner Predigt und „dein Wort Herr nicht vergehet es bleibet ewiglich“. Es entspricht der Zusicherung Jesu aus dem Sonntagevangelium, wo es heisst, „Himmel und Erde werden vergehen aber meine Wort werden nicht vergehen“. Jene Menschen werden nicht vergehen, die nach den Worten Jesu handeln, so der Geistliche.

 

Schließlich betonte Pfarrer Drexler, dass kein einziger Mensch sich an die Stelle Gottes setzten dürfe. Es wäre überaus heilsam, wenn wir uns gerade das am Volkstrauertag neu einschärfen würden. Denn immer wenn in der Menschheitsgeschichte nach der Weltherrschaft gegriffen wurde  und sie sich an die Stelle Gottes setzten, mussten Millionen und Abermillionen dafür mit ihrem Leben bezahlen.

 

Bei der Ansprache an den Kriegerdenkmälen in Prackenbach bzw. in Moosbach verlas Bürgermeister Xaver Eckl zunächst ein  Zitat aus der Erinnerung eines Kindes an seinen Vater, den sie im Alter von über vierzig Jahren noch zur Ostfront einzogen. „Ich bin gleich wieder da“, tröstete er meine Mutter und mich ,um  sich selbst Mut zu machen. Am 22. August 1944 kam ein Brief an meine Mutter mit der traurigen Nachricht. Das Schreiben endete mit der zigtausend Mal geschriebenen Phrase: Möge ihnen das Bewußtsein, das höchste Opfer für Volk- und Vaterland gebracht zu haben, Trost in ihrem Schmerz bedeuten.

 

Ich glaube, im Mitgefühl spüren wir, wie wir mit diesen Menschen verbunden sind, sagte Eckl. Wenn wir diese Menschen vergessen und nicht nach Ursachen all des menschlichen Leides fragen und ihr Schicksal nicht als Mahnung begreifen, dann war das millionenfache Leid umsonst.

Lasst uns an diesem Volkstrauertag, so der Bürgermeister weiter, 70 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkrieges, bedenken, um wie vieles diese Welt menschlicher und lebenswerter wäre, wenn es endlich gelingen könnte, Terror, Gewalt und Krieg schon in seinen Ansätzen zu ersticken. Mit dem Gedenken erfüllen wir aber auch ein Gelöbnis der Kriegsgeneration, nämlich „Vergesst die Toten nicht, erhaltet ihre Gräber und auch ihre Namen – es sind  Millionen, so Eckl.

 

Erinnern wir uns aber auch, wie es zu diesem Unheil kommen konnte, und setzt euch dafür ein, dass sich derartiges nie mehr wiederholen kann, mahnte Eckl eindringlich. Auch 60 Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes hat diese Aufgabe nicht an Aktulität eingebüßt. Das Streben nach Verständigung und Versöhnung als Grundlage für den Frieden erfordert Beharrlichkeit.

Zum Gedenken legte der Bürgermeister am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder.

 

Stellvertretend für alle anwesenden Vereine dankte Erwin Holzapfel vom Krieger- und Reservistenverein Prackenbach  Pfarrer Rahm für das Messopfer und den Vereinen für die Teilnahme. Dieser Tag soll uns eine Mahnung und zugleich eine Verpflichtung sein. Auch 64 Jahre nach Kriegsende ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, ihrer zu gedenken und zu danken, dass wir in Frieden und Freiheit leben können. In diesem Sinne legte er in ihrem Sinne einen Kranz nieder, während die Pfahlspatzen das Lied vom „guten Kameraden“ spielten.

 

Zum Gedenken und zur steten Mahnung legte Bürgermeister Xaver Eckl nach den Gebeten des Priesters und dem Libera, umrahmt vom Kirchenchor,  am Ehrenmal in Moosbach einen Kranz  nieder und die Vereine salutierten, während die „Pfahlspatzen“ den „Guten Kameraden“  spielten. Das Deutschlandlied beendete auch hier die Feierstunde.

Schließlich gedachte man auch in der Filialkirche Krailing der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege mit einem Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Johann Christian Rahm. 

 

Foto: Moosbach – BM Eckl, Pfarrer Josef Drexler, Wache: links Heinrich Raith , re. Josef Müller

Prackenbach – BM Eckl, Erwin Holzapfel, Pfarrer Johann Christian Rahm , Wache Ludwig Egner

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Volkstrauertag in der Gemeinde Prackenbach