Feierliches Erntedankfest – Kirchenzug und Gabenprozession sämtlicher Ortsvereine

Prackenbach, den 25.09.2011

Segnung der geschnitzten Muttergottes – Gemütliches Beisammensein bei Dinkel- und Kürbissuppe

 

Moosbach. Ein beeindruckendes Erntedankfest feierte am Sonntag die Pfarrei Moosbach wieder mit einem festlichen Erntedankzug sämtlicher Ortsvereine und einem Dankgottesdienst, den Pfarrer Josef Drexler in der vollbesetzten Kirche sehr feierlich zelebrierte. Am Ende des Gottesdienstes segnete der Geistliche die Marienstatue, die Werner Klingl aus Viechtafell geschnitzt und unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatte und lud zum gemütlichen Beisammensein mit Dinkel- und Kürbissuppe ein.

 

Bereits im Vorfeld hatten fleißige Helfer des Gartenbauvereins die Außenanlagen der Kirche in einen top-Zustand gebracht und die Kirche wurde durch Mesnerin Margarete Früchtl und Brigitte Kappl mit herrlichen Sonnenblumen sowie gelben Fähnchen an den Bänken geschmückt. Ebenso war der Johannesbrunnen durch Franz Xaver Pongratz erntedankmäßig dekoriert.

 

Auch das wunderschöne Spätsommerwetter war ein Garant des gelungenen Festtages, als angeführt durch die Kapelle Fleischmann und der Erntekrone, dem Pfarrherrn und seinen Ministranten die Vereine mit ihren Erntegaben durch den Ort bis zum ehemaligen Schulhaus und wieder zurück zur Kirche marschierten, wo Glockengeläut und Orgelspiel den Einzug umrahmten. Die von der Landjugend geschmückte Erntekrone und ein riesiger Brotlaib zierte den Volksaltar, der sich nach der Gabenprozession als riesiger Erntealtar präsentierte.

 

„Erde singe, dass es klinge“ sang die Kirchengemeinde bei der Eröffnung der Eucharistiefeier, bei der Pfarrer Drexler die zahlreich erschienenen Kirchenbesucher insbesondere die kirchliche und politische Gemeinde sowie die Vereinsmitglieder herzlich begrüßte. „Danken kommt von Denken“, sagte der Geistliche. Seien wir uns immer wieder bewusst, dass wir nicht einen einzigen Apfel wachsen und gedeihen lassen können. Hinter allem Reichtum steht der Schöpfer-Gott, was uns immer wieder erschauern lässt.

 

In seiner Predigt erwähnte Pfarrer Drexler die umfangreiche Apostolische Reise des Papstes, an der uns vor allem das Fernsehen teilnehmen lässt. Viele Teilnehmer wurden nach Veranstaltungen von den Reportern gefragt, welchen Eindruck der Papst auf sie gemacht habe und die Antworten fielen durchweg positiv aus, wenn auch Ausnahmen die Regel sind. „Mich beeindruckt der Papst vor allem durch seine Person und seine menschliche Bescheidenheit und feine Zurückhaltung“ sagte Pfr. Drexler, der den Papstbesuch nur über das Fernsehen verfolgt. „Die ganze Gestalt dieses Papstes sei im Grunde ein einziger Verweis auf diesen viel, viel Größeren – auf Gott“, so der Redner.

 

Leider erwarten sich die Menschen von Benedikt sensationelle Neuerungen in der von Krisen geschüttelten deutschen Kirche, hob der Priester hervor. Die Ursache für die Krisen unserer Tage liege aber im sinnlosen Dahinleben der meisten Menschen – so als ob es Gott nicht gäbe.

Deshalb sollen wir am Erntedanksonntag Gott vor allem für unseren Glauben dankbar sein, bemerkte der Geistliche weiter. Der Glaube ist unser höchstes Gut, das es treu zu hüten und weiterzugeben gilt. Denn der Mensch, der keinen Glauben hat ist wirklich armselig. Dann zitierte er die Lesung, in der es heißt, „Vergiss bei all deinem Wohlstand deinen Gott nicht“. Sonst wird dein Leben trotz deines Wohlstandes sinn- und ziellos und damit menschenunwürdig.

Dann schloss er mit dem Gedicht des Schriftstellers und Fliegers Antoine de Saint Exupery, der 1944 mit seine Maschine abgestürzt ist. Es drückt aus, was alles auf dem Spiel steht, wenn uns der Glaube an Gott abhanden kommt – wenn wir gott-los werden, was heute wieder brennende Aktualität ist.

 

Vor der Gabenbereitung brachten dann die Vereine in einer Prozession ihre Erntegaben an den Altar: Blumen gefüllte Einkaufkörbe, Feld- und Gartenfrüchte, Obst, Hopfen und Malz und zuletzt Brot und Weintrauben. Dabei sprach eine Lektorin die passenden Texte.

 

Bevor Pfarrer Drexler allen seinen Segen erteilte, bedankte er sich bei den Kirchenbesuchern für die Mitfeier, insbesondere beim Kirchenchor unter der Leitung von Walter Stöger, den beiden Damen, für das Schmücken der Kirche, den Vereinen und allen, die in irgend einer Weise am Gelingen des Erntedankfestes beigetragen haben.

 

Anschließend erteilte Pfarrer Drexler der Muttergottesstatue seinen Segen, die Werner Klingl, Viechtafell aus einer Langesche geschnitzt hatte und der Pfarrei Moosbach zur Verfügung stellte. Pfr. Drexler dankte dankte anschließend nicht nur Werner Klingl, sondern Johann Haimerl und  Christian Schedlbauer, die bei dem Schmuckstück Hand anlegten mit einem Hinterglasbild. Er dankte auch Arthur Wasner für die ständige Hilfe in der Kirche und Margarete Holzfurtner für die Berichterstattung bei den Veranstaltungen mit einem Urlaubsmitbringsel.

 

Bürgermeister Xaver Eckl nutze die Gelegenheit und dankte neben Werner Klingl auch Ludwig Fleischmann, von dem die Idee zur Madonna stammte. Außerdem bat er um Unterstützung zur Kandidatur zum Landrat. Unterschriften seien noch während der ganzen Woche möglich.

 

Am Kirchplatz ließen sich dann die Gottesdienstbesucher nieder und ließen sich bei guter Unterhaltung Dinkel- und Kürbissuppe schmecken, die in Gemeinschaftsproduktion unter der Leitung von Mesnerin Margarete Früchtl ganz lecker zubereitet wurde. Pfarrer Drexler bat um eine freiwillige Spende für die Außenanlagen der Kirche.

Auch traditionell zum Erntedankfest wurden Eine-Welt -Waren angeboten, wobei die Anwesenden durch ihren Kauf Solidarität für die Armen der Welt bekundeten.

 

Foto: Chr. Schedlbauer, Maria Rackl, Pfr. Drexler, BM Eckl

 

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